Das Thema “Tomatenmark-Rückruf” ist tatsächlich vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint. Es geht dabei nicht nur um ein einzelnes Produkt, sondern um ein strukturelles Problem bei der Herstellung, das regelmäßig als Warnsignal für mangelnde Kontrollen gewertet wird.
Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung, warum das Thema gerade so hohe Wellen schlägt:
1. Der akute Auslöser: Glassplitter-Gefahr (Februar 2026)
Ganz aktuell (Meldung vom 05.02.2026) gibt es einen massiven Rückruf für ein spezifisches Produkt, der als akutes Warnsignal für die Sicherheit in der Abfüll Kette dient:
- Produkt: Namli Domates Salcasi (tomatenmark rückruf)
- Verpackung: Die große 4100 g-Dose (oft in Gastronomie oder Großhaushalten genutzt).
- Gefahr: Im Rahmen einer amtlichen Kontrolle wurden Glassplitter gefunden.
- Hintergrund: Dass Glassplitter in einer Blechdose landen, deutet oft auf Probleme in der Fabrik hin (z.B. defekte Messgeräte oder Verunreinigungen bei der Rohstoffanlieferung). Es zeigt, dass selbst bei Standardprodukten die physische Endkontrolle versagen kann.
2. Das “leise” Warnsignal: Schimmel und Pestizide
Wenn Experten von einem “Warnsignal für die Lebensmittelsicherheit” sprechen, meinen sie oft die Ergebnisse von Stiftung Warentest (Okt 2025) und Öko-Test. Diese Untersuchungen decken regelmäßig ekelerregende Details auf:
A. Schimmelpilzgifte (Alternariatoxine)
In fast jedem zweiten getesteten Tomatenmark werden Gifte wie Alternariol (AOH) oder Tenuazonsäure gefunden.
- Warum ist das ein Signal? Diese Gifte entstehen nicht durch falsche Lagerung bei dir zu Hause, sondern weil die Hersteller angeschimmelte Tomaten verarbeiten.
- Das Problem: Wenn Tomaten zu Matsch verkauft werden, sieht man den Schimmel nicht mehr. Die Gifte sind jedoch hitzestabil und landen im Konzentrat.
- Gesundheitsrisiko: Sie gelten in Fallstudien als erbgutschädigend und können das Immunsystem beeinflussen.
B. Verbotene Pestizide
Ein weiteres Warnsignal ist der Fund von Pestiziden, die in der EU eigentlich streng reguliert oder verboten sind (z.B. Chlorfenapyr).
- Herkunft: Oft stammen die Tomaten für günstige Mark aus China oder anderen Nicht-EU-Ländern, wo die Spritzmittel-Kontrolle weniger streng sind.
- Täuschung: Viele Produkte werben mit italienischem Flair, nutzen aber billige Rohware aus Fernost.
3. Zusammenfassung der Sicherheitslage
Das “Warnsignal” bedeutet für dich als Verbraucher: Teuer ist nicht gleich besser, und Bio ist keine Garantie für Schimmelfreiheit.
| Problem | Ursache | Wer ist betroffen? |
| Glassplitter | Fehler im Abfüllprozess | Aktuell: Marke Namli (L011). |
| Schimmelgifte | Verarbeitung von Gammelware | Viele Marken, auch Bio (z.B. Alnatura, fiel 2021/2025 negativ auf). |
| Pesticide | Billig-Importe (z.B. China) | Oft Eigenmarken oder Discounter-Ware ohne EU-Herkunftsnachweis. |
Was kannst du tun?
Chargen-Check: Hast du die 4kg-Dose von Namli (MHD 01.12.2027)? Sofort zurückbringen!
Herkunft prüfen: Achte auf die Angabe “Tomaten aus Italien/Spanien” – hier sind die Kontrollen meist engmaschiger.
Testsieger wählen: Aktuell schnitt im 2025er Test vor allem das Mark von Alnatura (nachdem sie nachgebessert hatten) oder bestimmte Discounter-Eigenmarken (wie Cucina von Aldi) gut ab.
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